Was macht man eigentlich als Architekt in der IT?

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Lars Bobka ist Head of Architecture bei plusserver. Im Interview erzählt er von seinen Aufgaben, täglichen Herausforderungen und erklärt, worauf es als Architekt in der IT bei einem Cloud Service Provider wirklich ankommt.

Hallo, Lars! Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast, um uns ein paar Fragen zu deiner Position als Head of Architecture zu beantworten. Für den Anfang starten wir mit einer leichten Frage: Wie würdest du deiner Oma erklären, was ein Architekt in der IT macht?

Als Head of Architecture bin ich verantwortlich für ein Team aus Architekten mit verschiedenen Fachrichtungen (zum Beispiel Netzwerk, Sicherheit, Datenspeicherung usw.). Architekten in der IT-Welt haben sehr ähnliche Aufgaben wie Architekten im Baugewerbe, nur dass wir keine Gebäude oder Bauwerke technisch planen und den Bau dieser überwachen. Wir tun dies für IT-Systeme.

Welche Aufgaben hat man als Architekt in der IT?

Architekten – im Speziellen bei einem Cloud Service Provider wie plusserver – sind einerseits verantwortlich für die Auswahl der technischen Komponenten und andererseits für das Zusammenspiel dieser in einer für den Kunden bereitgestellten IT-Umgebung. Der Architekt selbst konzipiert die Lösung anhand der Anforderungen des Kunden. Dabei nutzt er bereits vorhandene Produkte oder Lösungsbausteine und setzt diese in eine optimale Systemarchitektur um.

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Zu meinen Hauptaufgaben als Head of Architecture gehören insbesondere das Erweitern und Verbessern unserer Architekturprinzipien. Ob diese Prinzipien dann auch eingehalten werden, muss regelmäßig kontrolliert werden. Ist dies nicht der Fall, überlege ich mir Maßnahmen, wie die Abläufe und Prozesse effizienter gestaltet werden können. Standardisieren, Vereinheitlichen, Prüfen auf Machbarkeit sowie die Arbeit mit dem Team gehören natürlich ebenso zu meinen täglichen Aufgaben.

Wie hat sich die Rolle des Architekten in der IT im Laufe der Jahre verändert?

Bis vor einiger Zeit waren Technologie-Evaluationen, -Bewertungen und etwaige -Einführungen sowie Unterstützung in Vertriebs- und Betriebsfragen ein großer Schwerpunkt. Durch die „Agilisierung“ und „Produktisierung“ kommen weitere Facetten hinzu: Dazu zählen die Mitarbeit in agilen Teams sowie deren Beobachten und Kontrolle. Künftig zeichnen sich weitere Aufgaben und Anforderungen ab. Dabei kommen die Berücksichtigung und Bewertung von Trends, Demands und Abläufen hinzu.

Was den Job des IT-Architekten bzw. des Head of Architecture interessant macht, ist die Vielseitigkeit. Man hat in dem Beruf nie ausgelernt, da ständig neue Technologien auf den Markt kommen.

Kannst du deinen Werdegang beschreiben?

Ich habe viele Jahre bei einem Internet Service Provider gearbeitet und war dort in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt. Angefangen habe ich im Netzwerkbereich, dann ging ich über in die Systemadministration. Ich war währenddessen auch eine Zeit lang in der Softwareentwicklung tätig und die Produktentwicklung bzw. -weiterentwicklung gehörte ebenfalls zu meinen Aufgaben. Später bei der Nexinto GmbH war ich Teil eines Teams, welches eine eigene Public Cloud aufgebaut hat. Ziel war hier, ein IaaS-Angebot mit Managed-Service-Leistungen auf die Beine zu stellen. In der Übergangszeit von Nexinto zu plusserver war ich Head of Business Strategy – hier sollten beide Unternehmen für Technologiefelder, zum Beispiel für Container-Workloads oder Themen rund ums Public Cloud Management, vorbereitet werden. Als Head of Architecture betreue ich mit meinem Team viele dieser Themen heute weiter.

In welchen Bereichen werden denn Mitarbeiter*innen gesucht und was macht die verschiedenen Bereiche aus?

Wir suchen natürlich generell Leute, die sich mit Cloud-Technologien im Allgemeinen gut auskennen. Des Weiteren sind aber auch Spezialisten für die Bereiche Kubernetes, IoT, Big Data oder auch Security sehr gefragt. Schließlich bieten wir mit unserer Multi-Cloud-Plattform plus.io eine ganzheitliche Herangehensweise für Cloud-Umgebungen an. Container zum Beispiel sind „born in the Cloud“ und passen daher sehr gut auf Multi- und Hybrid-Cloud-Szenarien. Im Bereich IoT steht die Steuerung von Geräten im Vordergrund, aber auch die Datenauswertung mit automatischer Korrelation. Entsprechende Verteidigungsstrategien im Multi-Cloud- oder IoT-Kontext rücken somit ebenfalls in den Fokus.

Warum hast du dich für diesen Job entschieden?

Was den Job des IT-Architekten bzw. des Head of Architecture interessant macht, ist die Vielseitigkeit. Man hat in dem Beruf nie ausgelernt, da ständig neue Technologien auf den Markt kommen. Die Strategie und Ziele der Kunden oder auch der eigenen Firma ändern sich und diese müssen sich dann ebenfalls in der IT, den Plattformen oder der Toollandschaft widerspiegeln. Das Tolle an meinem Job ist außerdem die Möglichkeit, immer wieder neue Technologien kennenzulernen und sich mit anderen darüber auszutauschen und zu lernen.

Welche Herausforderungen bringt dein Job mit sich?

Inhaltlich nach Bedarf verschiedene „Flughöhen“ einzunehmen und neben dem eigenen Schwerpunkt die Entwicklungen außerhalb der Komfortzone stetig mitzuverfolgen.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Architekt in der IT zu werden?

Im technischen Bereich ist Leidenschaft für IT eine unabdingbare Eigenschaft, aber auch Dinge anzugehen, wo bisher keine oder kaum Expertise vorhanden ist. Auch ist das Streben nach Verbesserung sowie unternehmerisches Denken und Handeln hilfreich. Welche genauen fachlichen Voraussetzungen die Bewerber*innen mitbringen müssen, steht immer in den Stellenausschreibungen. Ansonsten sind für mich das Wichtigste die Erfahrungen, ein breites Fachwissen, Lust an der Arbeit und wissbegierig zu sein.

Welche Tipps hast du an Bewerber*innen für die Architekten-Rolle?

Mutig sein und neue Welten erforschen. Sich zu reflektieren, welche Auswirkungen eine grundlegende technische Änderung hat, auch bezogen auf das Geschäft und andere Einheiten im Unternehmen. Ganzheitliches Denken soll genauso verprobt werden wie das Erlernen einer neuen Technologie.

Du möchtest wissen, wie der Bewerbungsprozess bei plusserver abläuft? Katharina Baehr erklärt, worauf es bei der Bewerbung um einen Job in der Zukunftsbranche IT wirklich ankommt.

Was gefällt dir an plusserver?

Die Freiheit Dinge anzusprechen und diese auch ohne Hürden angehen zu können. plusserver nimmt die Veränderung am Markt wahr und entwickelt sich meiner Meinung nach in eine sehr positive Richtung. Bei dieser Veränderung mitzuwirken ist sehr spannend und herausfordernd, macht aber im gleichen Zuge auch sehr viel Spaß.

Vielen Dank, Lars!

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Titelbild: John Schnobrich auf Unsplash

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