GAIA-X wird Realität: So nutzen Unternehmen jetzt die europäische Cloud

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Eine europäische Cloud auf der Grundlage von GAIA-X wird bereits im ersten Quartal 2021 verfügbar sein. Dann will der Managed Cloud Service Provider plusserver die pluscloud auf SCS-Basis launchen. Der  Sovereign Cloud Stack (SCS) ist eine der Kernkomponenten von GAIA-X mit dem Ziel, ein europäisches Open Source Cloud Technology Framework zu schaffen. Ein Prototyp der datensouveränen Cloud wird bereits mit einigen Kunden getestet, eine Demo-Version steht Ende 2020 zur Verfügung.

Aufzeichnung des plusforums zum Thema: Wer braucht GAIA-X und den Sovereign Cloud Stack?

Wie wichtig das Thema digitale Souveränität mit einer eigenen, unabhängigen Cloud-Infrastruktur für Europa ist, zeigt auch die aktuelle Rede zur Lage der Europäischen Union von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie nennt darin eine europäische Cloud auf der Grundlage von GAIA-X als notwendiges Kriterium für eine „echte Datenwirtschaft“, in der Europa führend im Hinblick auf die Wertschöpfung mit Industriedaten bleiben soll.

So hat das Thema nicht nur höchste politische Relevanz erhalten, sondern die neue Cloud wird auch von der deutschen und europäischen Wirtschaft mit Spannung erwartet. Schließlich gilt die Cloud heute als unabdingbar für die digitale Transformation. Zugleich sind aber die großen, nicht-europäischen Public-Cloud-Anbieter im Zuge des EuGH-Urteils zum EU-U.S. Privacy Shield vor Kurzem erneut in die Kritik geraten: Ein angemessenes Datenschutzniveau und mithin einen ausreichenden Schutz für die personenbezogenen Daten von EU-Bürgern konnte es aufgrund der verbleibenden Eingriffsbefugnisse von US-Sicherheitsbehörden nicht gewährleisten.

Warum brauchen Unternehmen GAIA-X?

Bei GAIA-X handelt es sich um eines der wichtigsten politischen und technologischen Projekte Europas. Denn aktuell bewegen sich europäische Unternehmen in die digitale Abhängigkeit von großen, nicht-europäischen Cloud-Anbietern. Bei diesen betreiben sie geschäftskritische Unternehmenssoftware oder speichern dort wertvolles geistiges Eigentum ab. Selbst die Daten deutscher und europäischer Behörden liegen in diesen Clouds. Damit ist ein gefährlicher Grad an Monopolisierung erreicht.

Im Rahmen der GAIA-X-Initiative, die durch eine internationale, nicht-gewinnorientierte Entität gesteuert wird, soll eine Lösung für all diese Probleme geschaffen werden. In dieser ist plusserver – neben anderen namhaften Technologie-Unternehmen – als Gründungsmitglied engagiert und bildet eine der treibenden Kräfte im Projekt Sovereign Cloud Stack.

SCS: Open Source für europäische Cloud-Lösungen

Was aber bedeutet genau ein souveräner Cloud Stack? Mit Hilfe quelloffener Software bleibt der Sovereign Cloud Stack komplett unabhängig von den Rechten Dritter – und ermöglicht somit digitale Souveränität. Jegliche wirtschaftliche oder politische Einflussnahme ist hier dauerhaft ausgeschlossen. Der Cloud Stack beschreibt zudem eine föderierte Cloud-Infrastruktur, also einen Zusammenschluss mehrerer Systeme. Allerdings soll dennoch jede Cloud für sich genommen selbständig bleiben und technologisch unabhängig sein.

Wie sieht das Ganze also in der Praxis aus? Unternehmen sollen die neue europäische Cloud selbständig ausrollen oder als Infrastructure-as-a-Service bei Anbietern wie plusserver nutzen können. So bleibt ihnen nicht nur die Wahl zwischen Eigenbetrieb und Service-Management. Sie behalten auch die Freiheit, jederzeit in eine andere Cloud zu wechseln.

„Wir sind der Auffassung, dass es beim Einsatz von Cloud-Technologie nicht nur wichtig ist, dass Daten sicher und verantwortungsvoll verarbeitet werden. Es muss zusätzlich gewährleistet sein, dass Nutzer nicht in Abhängigkeit geraten. Weder von einzelnen Cloud-Anbietern noch von wirtschaftlichen oder politischen Interessen einzelner Länder. Eine solche echte Unabhängigkeit ist nur mit einem Cloud Stack möglich, der frei ist von Rechten Dritter. Somit kommen in der pluscloud auf SCS-Basis auch nur Open-Source-Technologien wie beispielsweise OpenStack und Kubernetes zum Einsatz, die auf dem technologischen Framework von SCS basieren“, erklärt plusserver CEO Oliver Mauss.

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