Hertha030.live: Das Spieltags-Wohnzimmer in der Cloud

Jetzt Artikel teilen:

Durch die Corona-Pandemie waren in vielen Bereichen neue digitale Lösungen erforderlich. So auch im Fußball. Statt gemeinsam mit tausenden Fans im Stadion mussten die Mannschaften inzwischen zahlreiche Spiele vor leeren Rängen austragen. Doch beim Traditionsverein Hertha BSC sollte auch in dieser Situation die Fannähe nicht zu kurz kommen. Mit einem „blau-weißen Zuhause“, dem Hertha030 Spieltags-Wohnzimmer, können die Anhänger sich ein Stück Heimspiel-Feeling in die eigenen vier Wände holen. Klingt spannend? Wir haben die Köpfe hinter dem digitalen Projekt befragt.

Fußball lebt von Emotionen, diese haben wir versucht, so gut wie möglich digital abzubilden.

Maurice, du leitest den Bereich Digital Media bei Hertha. Wie kam es zu der Idee des Spieltags-Wohnzimmers?

Dass wir unseren Fans digitale Mehrwehrte, insbesondere auch an den Spieltagen, bieten, ist Bestandteil unserer Digitalstrategie. Wir verfolgen einen fanzentrierten Ansatz, der es ermöglicht, Contents so auszuspielen, dass sie den jeweiligen individuellen und emotionalen Bedürfnissen des Fans gerecht werden. Am Spieltag bieten wir beispielsweise schon seit einiger Zeit einen Matchday-Modus an, der je nachdem, wo sich der Fan aufhält, also im Stadion, am TV oder unterwegs, eine andere Art, Tonalität und Frequenz von digitalen Spieltagsinhalten ausspielt.

Durch die Corona-Pandemie und die Austragung von Spieltagen ohne Zuschauer in den Stadien hat sich die Situation nochmals zugespitzt und auch neue Möglichkeiten im digitalen Bereich eröffnet. Unsere Kollegen, die für das Stadionprogramm zuständig sind, waren sich schnell einig, dass sie trotz der Spiele ohne Zuschauer das Angebot weiter anbieten wollen. Gemeinsam wurde dann die Microsite Hertha030.live entwickelt, die diese Sendung zusammen mit den eben angesprochen sowie weiteren Inhalten verwebt. Dazu zählen unter anderem das virtuelle Spieltagsbier oder Fan-Sounds. Fußball lebt von Emotionen, diese haben wir versucht, so gut wie möglich digital abzubilden. Unser digitales Wohnzimmer wurde so zum blau-weißen Dreh- und Angelpunkt für alle Fans an Spieltagen.

Niels, mit eurer Agentur brandung habt ihr die Seite hertha030.live umgesetzt. Gab es hier besondere Herausforderungen?

Die größte Herausforderung bei solchen Projekten ist in der Regel das Zeitfenster. Aufgrund der besonderen Situation war dies hier besonders eng gefasst. Schließlich sollte bereits zum nächsten Heimspiel das Spieltags-Wohnzimmer eingeweiht werden. Aufgrund der reibungslosen Zusammenarbeit der beteiligten Player war aber auch dies kein Problem. Wir kennen die Hertha sehr gut und wussten genau, was unser Kunde sich vorstellte. Auf der technischen Seite konnten wir uns wiederum ganz auf plusserver als Partner verlassen. Die benötigte Cloud-Umgebung wurde uns schnell zur Verfügung gestellt.

Wie sah es denn von der technischen Seite her aus, Claudio? Du warst ja als Account Manager von vorne bis hinten mit dabei. Warum hast du zur pluscloud als technisches Rückgrat geraten?

Zum einen ging es ja darum, das Projekt recht zügig umzusetzen. Die pluscloud bietet hier den Vorteil, dass sich virtuelle Maschinen wesentlich schneller provisionieren lassen als eine dedizierte Serverumgebung. Dabei können wir jede Maschine genau nach den Anforderungen des Kunden dimensionieren, also CPU, Arbeits- und Datenspeicher. Wir haben hier nach unserer Best-Practice-Herangehensweise die Ressourcen gemeinsam mit der Agentur brandung und der Hertha geplant und für jede virtuelle Maschine einzeln betrachtet.

Durch die Nutzung der pluscloud kann auch an Spieltagen die Umgebung nach oben als auch anschließend wieder nach unten skaliert werden, um mögliche Peaks abzufangen. Darüber hinaus sorgt unser Team rund um die Uhr dafür, dass alle Systeme verfügbar sind. Das bedeutet eine Erleichterung für das IT-Team des Kunden. Außerdem können wir in der Zusammenarbeit mit der brandung als Agentur ganz klar definieren, wer für was in den Projekten konkret zuständig ist. Hierdurch hat die brandung den Fokus nur auf die Applikationen und plusserver auf die Infrastruktur.

volles Fußballstadion

Volle Stadien sind aktuell nicht möglich – virtuelle Angebote sollen dennoch für Fannähe sorgen. Bild von Pexels auf Pixabay

Zwischen brandung und plusserver besteht ja bereits eine längere Partnerschaft. Niels, warum ratet ihr eurerseits zu Cloud-Lösungen und inwieweit entlastet euch hier ein Managed Cloud Provider?

Cloud-Lösungen eignen sich besonders gut für unsere Projekte, weil sie uns einfach die nötige Flexibilität und Schnelligkeit bieten. Durch das externe Management entlasten wir zudem unsere eigenen Mitarbeiter. Aufgrund der langen Partnerschaft mit plusserver kennen wir unsere Ansprechpartner und die Abläufe sehr genau.

Man kann es auch mit einer Fußballmannschaft vergleichen, in der jeder seinen Teil zum Erfolg beiträgt. So sind wir in jedem Fall auch bestens gerüstet, wenn Hertha BSC demnächst in der Champions League mitspielen sollte. Den Möglichkeiten, mit digitalen Angeboten die Fannähe zu pflegen, sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Maurice, habt ihr weitere Pläne, um auch nach den Corona-bedingten Einschränkungen auf digitale Angebote zu setzen? Wie gut nehmen die Fans das an und nutzen es aktiv als Second Screen?

Wir hoffen natürlich, dass wir so schnell wie möglich wieder vor unseren Zuschauern spielen können. Aber unabhängig davon, wie sich die Pandemie entwickelt, werden wir unsere Digitalangebote natürlich sukzessive ausbauen und weiterentwickeln. Mit Hertha030.live haben wir nun Erfahrungen gesammelt, die uns auch in Zukunft weiterhelfen können.

Gerade unsere Mobile Journey und Bewegtbild nehmen zentrale Rollen ein. Bei Hertha030 haben wir gesehen, dass beinahe 80 Prozent der Fans das Angebot über ein mobiles Endgerät nutzen – man kann also schon sagen, dass unser konzeptioneller Ansatz mit dem Second-Screen-Angebot aufgegangen ist. Aber auch wenn die Zukunft aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen noch einige Fragezeichen bereithält, ist eines jetzt schon klar: Hertha BSC wird für alle Fans erleb- und greifbar bleiben.

Hat denn die brandung als Digitalagentur in Corona-Zeiten eine verstärkte Nachfrage erfahren? Welche Art Projekte wollten Firmen kurzfristig umsetzen? Wie konntet ihr da helfen?

Die Nachfrage nach kreativen digitalen Lösungen ist nach wie vor hoch. Es wurden insbesondere spezifische Lösungen angefragt, mit denen Unternehmen auf die besondere Situation reagieren konnten. So haben wir beispielsweise Kunden aus dem Healthcare-Sektor oder eben aus dem Sportbereich wie Hertha unterstützt. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Bewusstsein speziell bei Sportvereinen nochmals gestiegen ist, wie wichtig digitale Angebote heute sind. Wir gehen davon aus, dass hier viele weitere spannende Konzepte folgen werden.

Dennoch hoffen wir, dass schon bald wieder mehr Zuschauer live in den Stadien dabei sein können. Denn sind wir mal ehrlich, keine App der Welt kann und will das echte Stadiongefühl ersetzen. Man darf digitale Angebote unter normalen Umständen vielmehr als Verlängerung des Erlebnisses über das Spiel hinaus betrachten.

Und wie kann plusserver Unternehmen grundsätzlich unterstützen, die sich entweder jetzt erst mit digitalen Angeboten befassen, also den Weg in die Cloud noch suchen, oder die ihre Kapazitäten erweitern müssen?

Wir schauen gerne gemeinsam mit dem Kunden, wo er aktuell steht und wo er hin möchte. Also welche Workloads betreibt er aktuell und zukünftig, inwieweit kann er weiterhin auf interne Ressourcen setzen und wo ist es sinnvoll, die Cloud in seine IT-Landschaft integrieren.

Mit unserer Plattform plus.io bieten wir dafür zahlreiche Module, angefangen bei der pluscloud über AWS und Google Cloud bis hin zu Multi-Cloud und Container-Technologie. Wichtig ist aber in jedem Fall, stets den Bedarf des Kunden im Auge zu behalten und gemeinsam mit ihm die passende Lösung zu finden.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit dem virtuellen Fan-Wohnzimmer!

Unsere Interviewpartner

Maurice Sonneveld, Leiter Digital Media, Hertha BSC

Niels Struckmeyer, Geschäftsführer, brandung

Claudio Paefgen, Account Manager, plusserver

Hertha030.live sorgt für Fannähe in Corona-Zeiten - powered by pluscloud

Mehr zum Thema

Hier können Sie noch mehr über das Spieltags-Wohnzimmer erfahren.

Jetzt anschauen

 

 

Jetzt Artikel teilen:

Das könnte Sie auch interessieren