IT-Ressourcen: 46 Prozent kommen aus der Cloud

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Neue Lünendonk-Studie zeigt auf, welche IT- und Cloud-Sourcing-Strategien Unternehmen derzeit verfolgen.  

Die Lünendonk-Studie „IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels“ zeigt, dass IT-Sourcing in den letzten Jahren deutlich komplexer und vielschichtiger geworden ist. Denn inzwischen dient die sorgfältig geplante Auslagerung von IT-Ressourcen als strategisches Element für die digitale Transformation. Und so gehört die Auslagerung in die Cloud heute für Unternehmen bereits zur Realität. Die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder führten ihre Umfrage in Zusammenarbeit mit Datagroup und HDP unter 102 Anwender-Unternehmen sowie 30 der führenden IT-Sourcing-Beratungen in Deutschland durch.

Cloud-Transformation in vollem Gange

Aktuell werden 32 Prozent der IT-Ressourcen aus der Cloud bereitgestellt. Hybride Sourcing-Modelle machen weitere 14 Prozent im Sourcing-Mix der Unternehmen aus. Das bedeutet, dass Cloud-Ressourcen insgesamt bereits 46 Prozent der IT-Betriebsmodelle ausmachen. Lediglich 10 Prozent der Befragten beziehen neue Softwarelösungen noch nach dem klassischen Lizenzmodell (on premises). Alle anderen befragten CIOs und IT-Manager haben eine klare Cloud-Strategie.

75 Prozent der teilnehmenden IT-Entscheider beobachten in ihren Unternehmen, dass das Multi-Provider-Sourcing immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch die Zahl der Cloud-Anwendungen und Cloud-Plattformen steigt weiter. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass im Zuge der digitalen Transformation immer mehr Prozesse als Microservice bereitgestellt werden. Diese werden dann entsprechend unterschiedlicher Deployment-Strategien in einer Public oder Private Cloud betrieben.

Sourcing-Mix in der IT

Quelle: Lünendonk-Studie 2019: IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels

Entwicklungen im Bereich Cloud-Sourcing

Die Planungen der untersuchten Unternehmen zeigen, dass es zukünftig eine Reihe unterschiedlicher Deployment-Modelle geben wird. Sie müssen nebeneinander existieren und miteinander kombiniert werden. Das bedeutet auch, dass Hybrid- oder Multi-Cloud-Plattformen mit einem zunehmenden Implementierungsgrad von Cloud-Lösungen verstärkt auftreten werden.

Die befragten Unternehmen bestätigten erneut, dass sie häufiger planen, im Rahmen von IT-Modernisierungsprojekten in die Public Cloud zu gehen. 37 Prozent der Teilnehmer gaben an, Teile der bestehenden Anwendungslandschaft (weniger als 50 Prozent) künftig in der Public Cloud bereitzustellen. 28 Prozent möchten im Rahmen der Software-Modernisierung Private-Cloud-Umgebungen aufbauen. Mehr als die Hälfte ihrer Business- und IT-Anwendungen sollen laut 13 Prozent der Befragten in die Public Cloud gehen. Insgesamt 10 Prozent planen die Nutzung von Private-Cloud-Modellen für große Teile ihrer Anwendungslandschaft.

Herausforderungen hybrider IT-Landschaften

89 Prozent der Teilnehmer betrachten das Management hybrider Umgebungen als große Herausforderung. 80 Prozent erwarten entsprechend eine höhere Komplexität im IT-Betrieb, die es zu bewältigen gilt. Für 79 Prozent zählen IT-Sicherheitsthemen zu den größten Herausforderungen. Dies gilt im Besonderen, wenn Cloud-Lösungen außerhalb der EU betrieben werden. Viele Unternehmen belassen daher in der Regel datenschutzkritische oder geschäftskritische Daten im On-premises-Betrieb oder in einer Private Cloud.

Dabei gibt es durchaus Alternativen zu den großen internationalen Public-Cloud-Anbietern. So bietet beispielsweise die PlusCloud flexible Cloud-Ressourcen in deutschen Rechenzentren. Sogar georedundante Szenarien sind hier möglich, wenn es um besonders kritische Daten und Anwendungen geht. Zudem kann die interne IT durch entsprechende Managed Services des Anbieters entlastet werden.

Cloud ermöglicht mehr Flexibilität und Skalierbarkeit

78 Prozent der Unternehmen geht es bei der Verlagerung von Anwendungen in die Cloud in erster Linie um technische Themen. Dazu zählen unter anderem der flexible und skalierbare Betrieb von Anwendungen in der Cloud. Für 72 Prozent ist die Abdeckung von Lastspitzen ein wesentlicher Grund, ihre Anwendungen in der Cloud zu betreiben. Für weitere 68 Prozent der IT-Entscheider ist die bessere Integrationsfähigkeit von Cloud-Lösungen ein Grund, in die Cloud zu gehen.

Die Cloud bietet weiterhin aus Sicht von mehr als jedem zweiten befragten IT-Manager (56 Prozent) eine deutliche Verbesserung des Software-Entwicklungsprozesses. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Geschwindigkeit. So stellen die Infrastruktur-Plattformen der Hyperscaler Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure für Entwickler moderne Tools bereit. Damit können sie im DevOps-Modus Softwareprodukte entwickeln. Nicht zuletzt erhoffen sich die Unternehmen von Cloud-Providern neben einer besseren Integrationsfähigkeit der Anwendungen auch höhere Sicherheitsstandards. So sieht jeder zweite Befragte in der Cloud Vorteile, weil sie den Zugriff auf moderne IT-Werkzeuge ermöglicht.

Gründe für die Cloud

Quelle: Lünendonk

Cloud-Projekte erfordern erhöhten Beratungsbedarf

Besonders bei Fragen rund um Datenschutz- und Datensicherheit besteht für die Unternehmen derzeit ein erhöhter Beratungsbedarf. So gaben 78 Prozent der IT-Manager an, bei IT-Security-Themen die Expertise von externen Beratungen einzukaufen. Vor allem bei Public-Cloud-Deployments sollten Fragen zum Schutz der Unternehmensdaten und zu den Speicherlokationen geklärt werden. Zudem gilt es, den Zugriff von ausländischen Regierungen auf Unternehmensdaten zu prüfen.

Der Aufbau einer Cloud-Architektur ist für die Unternehmen der zweitwichtigste Bereich, für den sie externe Unterstützung benötigen. 73 Prozent wünschen beim Umbau ihrer
IT-Architektur externe Unterstützung. 70 Prozent der Teilnehmer haben darüber hinaus Bedarf an externer Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Technologien für Cloud-Projekte. So ist beispielsweise die Wahl der passenden Cloud-Plattform eine zentrale Fragestellung. Ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Softwarelösung zur Virtualisierung und Orchestrierung der Cloud-Deployments.

Beratungsbedarf bei Cloud-Projekten

Quelle: Lünendonk

Erfahrene Cloud-Experten für die Zusammenarbeit gefragt

Entsprechend der zunehmenden Komplexität wünschen sich die Unternehmen für die Umsetzung von Cloud-Projekten erfahrene Anbieter. Sie sollten über Expertise in den Bereichen Consulting sowie nachweisliche Migrations- und Operations-Kompetenz im Cloud-Bereich verfügen. Jeder zweite Befragte gab in den Interviews an, mit Unternehmen zusammenarbeiten zu wollen, die das gesamte Spektrum von Cloud-Sourcing abdecken.

Für 83 Prozent sind dabei auch ausgeprägte Skills und Know-how rund um IT-Strategie und IT-Architektur wichtig. 81 Prozent wünschen sich zudem hohe Expertise über gesetzliche und regulatorische Anforderungen in der jeweiligen Branche. Im weiteren sind hohe Branchenkompetenz (76%) sowie hohe Expertise und Best Practices in der Transformation von Cloud-Sourcing-Strategien (72%) relevant.

Hilfestellung bei der Anbietersuche

In der ISG Provider Lens Public Cloud - Solutions & Service Partners finden Unternehmen unabhängige Bewertungen einzelner Anbieter.

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(Photo by Sergey Zolkin on Unsplash)

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