Man kann kein Stück Multi-Cloud kaufen

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Interview mit Arne Denneler, Product Manager und Cornelius Marks, Lead Architecture bei plusserver über Chancen und Herausforderungen im Multi-Cloud-Zeitalter.

Hallo ihr beiden, vielen Dank, dass Ihr uns heute ein paar Fragen zum Thema Multi-Cloud beantwortet. Ist Multi-Cloud denn ein neues Thema?

Arne Denneler: Sehr gerne. Nein, ganz im Gegenteil: Multi-Cloud ist bereits seit vielen Jahren ein wichtiges Thema, doch durch die Komplexität auch so interessant.

Cornelius Marks: Die Bezeichnung „die“ Multi-Cloud klingt zwar immer nach einer einzigen Lösung, DIE Multi-Cloud gibt es jedoch tatsächlich gar nicht.

Arne Denneler: Daher ist es wichtig, erst einmal den Begriff zu definieren, damit ein einheitliches Verständnis gegeben ist. Wir definieren Multi-Cloud gerne als parallele Nutzung mehrerer Cloud-Plattformen, wie beispielsweise Private Cloud und/oder Public Cloud, für gleiche oder unterschiedliche Workloads. Gerade die Offenheit der Definition und die resultierende Vielfalt der subsumierten Szenarien machen das Thema Multi-Cloud so spannend. Oder was meinst du Cornelius?

 

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Cornelius Marks: Multi-Cloud ist schon jetzt in den meisten Unternehmen Realität. Mit Anwendungen aus der Microsoft Office 365 Suite nutzen viele Unternehmen schon mindestens eine Cloud. Häufig auch mit der zweiten und dritten Cloud für das Thema Telefonanlage oder der eigenen Webseite. Diese Cloud Services werden gerne vergessen neben dem Siegeszug der Cloud in den Bereichen E-Commerce und Content Distribution oder der Bereitstellung von IaaS-Ressourcen.

Die verschiedenen Anwendungsfälle zeigen jedoch deutlich, dass Multi-Cloud kein Produkt ist. Ein Stück Multi-Cloud zu kaufen ist unmöglich, vielmehr wird eine Teilmenge aller denkbaren Multi-Cloud-Szenarien genutzt. Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen Unternehmer, der von sich sagen würde, er nutze noch gar keine Multi-Cloud und dennoch leistet diese unwissentlich bereits einen wichtigen Beitrag zum Geschäftserfolg.

Warum ist Multi-Cloud so omnipräsent?

Arne Denneler: Also zunächst mal liegt es auf der Hand, wenn ich unterschiedliche Anbieter nutze und auf verschiedene Plattformen zurückgreife, ist das Angebot an Funktionalität, Services und Features sehr groß. Dabei bringt jeder Anbieter sein eigenes Portfolio mit einem individuellen Fokus mit. Unter anderem diese große Auswahl macht das Thema omnipräsent, aber auch komplex.

Cornelius Marks: Schlussendlich sind heutzutage Fertigungsketten in der Regel unternehmensübergreifend und zunehmend setzen Zulieferer und Partner auf Cloud-Modelle und Technologien mit Vorteilsversprechen wie zum Beispiel Flexibilität, Kostensenkung und Skalierbarkeit. Dies führt automatisch zur Co-Existenz von Cloud Services und zum Bedarf, diese strategisch als Multi-Cloud zu managen.

Also ist Multi-Cloud die richtige Strategie?

Cornelius Marks: Meine möglicherweise etwas provokante These dazu lautet: Wer mittelfristig keine Multi-Cloud-Strategie verfolgt, der trifft indirekt eine Entscheidung für Schatten-IT. Dabei ist es auch immer eine Frage der Ziele, die die Unternehmen sich setzen und natürlich strategisch verfolgen. Es geht um die Fragen: Wer bin ich und wo will ich hin? Was erstmal trivial klingt, ist doch langfristig gesehen gar nicht so einfach zu beantworten.

Wie kommt man denn aus Eurer Sicht zu einer passenden Strategie?

Arne Denneler: In der Literatur findet man hauptsächlich zwei Herangehensweisen dazu, wie sich eine solche Strategie entwickeln lässt. Zum einen den sogenannten Outside-In-Ansatz, der die spezifische Positionierung des jeweiligen Unternehmens im Markt thematisiert und zum anderen den Inside-Out-Ansatz, der das Unternehmen selbst und dessen Ressourcen in den Fokus rückt.

In der Praxis sehen wir, dass eine Kombination aus beiden Perspektiven die erfolgreichsten Multi-Cloud-Strategien hervorbringt. Beim Outside-In-Ansatz begegnet man im Wesentlichen einem Entscheidungsfeld in den Dimensionen Kosteneffizienz, Innovationsgrad und Agilität, wohingegen beim Inside-Out-Ansatz Fragestellungen rund um die Beschaffenheit der Prozesse, Kompetenzen und Finanzen sowie diesbezügliche alternative Entwicklungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle spielen. Für eine erfolgreiche Strategie ist es entscheidend, die gewonnenen Ergebnisse beider Ansätze konsequent miteinander zu verzahnen.

Wenn ich als Unternehmen meine Multi-Cloud-Strategie gefunden habe, sollte die Umsetzung der Cloud-Lösung dann intern oder extern erfolgen?

Arne Denneler: Das ist eine Frage, auf die man keine pauschale Antwort geben sollte. Das Thema Multi-Cloud ist durchaus vielschichtig, wir sprechen in diesem Zusammenhang gerne auch von einer durch VUCA charakterisierten Herausforderung. Das Akkronym steht für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Mit der Strategiedefinition ist zunächst eine wichtige Basis geschaffen. Anschließend gilt es, im Einklang dazu die konkreten Teilaspekte zu adressieren.

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Welche internen Personalressourcen mit welcher Expertise sind beispielsweise erforderlich oder bereits verfügbar um ein bestimmtes Betriebsmodell umzusetzen? Welche wichtigen bestehenden oder künftigen Workloads sollten in ein alternatives Konstrukt überführt werden und wie kann eine nahtlose Migration oder ein gesicherter, auf die Relevanz des jeweiligen Geschäftsprozesses abgestimmter Betrieb gewährleistet werden?

Ich denke, es wird schnell klar, dass es sich gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen anbieten kann, sich bei der Beantwortung solcher Fragen durch einen erfahrenen Managed Cloud Service Provider als Partner unterstützen zu lassen.

Cornelius Marks: Dazu kann man noch sagen, Managed Cloud Service Provider sind Experten in ihrem Bereich und helfen, wenn es um die konkreten, eben benannten Herausforderungen geht, aber auch bei der Auswahl der richtigen Plattform. Bei plusserver beginnen wir immer mit einer ausführlichen Analyse, die auch wirklich den aktuellen Status des Unternehmens miteinbezieht.

Es geht dann weiter mit einer konkreten Konzeption der Plattformen, der Unterstützung bei der Migration und natürlich dem 24/7 Betrieb, dem Service Management und Support. Managed Cloud Service Provider können also in allen relevanten Disziplinen strategisch und operativ unterstützen.

Vielen Dank für Eure Antworten.

 

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