Herausforderung Multi-Cloud-Management

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Unternehmen setzen zunehmend auf die Multi-Cloud, um die technischen Anforderungen im Zuge der Digitalisierung zu meistern. Doch muss beim Multi-Cloud-Management einiges bedacht werden.

Die aktuelle Umfrage „Voice of the Enterprise: Cloud Transformation“ von 451 Research zeigt, dass bereits 90 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Dienste nutzen. Bis 2019 erwarten die Analysten, dass 60 Prozent der Workloads in Form von Hosted-Cloud-Services laufen. Zudem sehen sie die Zukunft der IT ganz klar in der Nutzung von Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen. Das bestätigen die Teilnehmer der Umfrage: 69 Prozent von ihnen wollen bis Ende 2019 eine solche komplexe Cloud-Lösung nutzen.

Entwicklung der Cloud-Nutzung in den nächsten zwei Jahren. Quelle: 451 Research

Auch Crisp Research ist der Ansicht, dass das Thema Hybrid– und Multi-Cloud in deutschen Unternehmen gerade richtig Fahrt aufnimmt. Die Analysten sehen dies als logische Konsequenz des steigenden Cloud-Einsatzes und der Relevanz der Technologie allgemein. Einig sind sich beide Research-Häuser auch darin, dass diese Entwicklung zu einer erhöhten Komplexität beim Management der Cloud-Umgebungen führen wird.

Multi-Cloud-Management keine Trivialität

Zwar bietet ein Multi-Cloud-Deployment eine optimale Grundlage, um den steigenden Anforderungen an eine dynamische und flexible IT optimal gerecht zu werden. Aber nicht nur die Migration ist eine Herausforderung. Auch das Management solcher vernetzer Cloud-Umgebungen ist bei weitem nicht trivial. So stehen viele Unternehmen bereits bei der Planung der passenden Multi-Cloud-Strategie vor den ersten Herausforderungen.

Es gilt, den Anspruch von Mitarbeitern und Kunden nach einem Höchstmaß an Performance und Verfügbarkeit der Anwendungen zu erfüllen. Das gelingt nur, wenn die zugrundeliegende IT-Infrastruktur entsprechende Möglichkeiten in Bezug auf Flexibilität, Sicherheit und Verfügbarkeit gewährleistet. Die Deployment-Vielfalt bei Cloud-Diensten ist hoch. Doch nicht jedes Szenario ist für alle Unternehmen gleichermaßen sinnvoll.

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Vernetzte Multi-Cloud-Umgebungen

Sobald sich Anwendungen und Workloads gegenseitig beeinflussen, ist eine optimale Integration zumindest auf Datenebene unabdingbar. Beispielsweise wenn die mobile Kunden-App Zugriff auf das CRM-System benötigt. Oder in der Industrie, wenn die Produktionsdaten aus den Maschinen direkten Einfluss auf das ERP-System haben.

Im IIoT (Industrial Internet of Things) ist eine vorausschauende Instandhaltung nur möglich, wenn die gelieferten Maschinendaten auch intelligent ausgewertet werden. Erst dadurch erhalten die Unternehmen einen Überblick über die aktuelle Situation der Anlagen. Und nur dann lassen sich beispielsweise Wartungen vorausschauend durchführen, solange es noch keine konkreten Störungen gibt. Das minimiert die Stillstandzeiten der Maschinen deutlich und reduziert die Wartungskosten erheblich.

Neben der Integration unterschiedlicher Cloud-Lösungen ist auch der ausfallsichere Betrieb der unterschiedlichen Plattformen entscheidend. Hier kommt es auf eine umfassende Orchestrierung an, die es ermöglicht, den Überblick zu behalten. Zudem sollten die Kunden bei der Nutzung von Multi-Cloud-Lösungen unterschiedlicher Anbieter flexibel genug bleiben, um wenn nötig einen Anbieter wechseln zu können.

Multi-Cloud-Management-Tools

Anfänglich stellte vor allem die mangelnde Verfügbarkeit von zuverlässigen Management-Tools eine große Hürde für den Einsatz von Multi-Cloud-Lösungen dar. Wollten Unternehmen halbwegs den Überblick über die verteilten Cloud-Umgebungen behalten, mussten sie sich selbst eine Managementlösung zusammenbasteln. Inzwischen gibt es eine Reihe von Multi-Cloud-Management-Tools unterschiedlicher Hersteller wie BMC Software, Cisco, IBM, Microsoft und VMware. Daneben bieten einige Drittanbieter sowie Open-Source-Projekte anpassbare Speziallösungen an. Hierzu zählen beispielsweise Nagios, SolarWinds sowie Zabbix.

Diese Tools helfen zwar, den Überblick über die Multi-Cloud zu behalten. Doch die korrekte Implementierung sowie die ständige Aktualisierung und Datenpflege der Softwarelösungen bleibt eine Herausforderung für IT-Abteilungen. Denn sie müssen damit zusätzlich zum eigentlichen Tagesgeschäft nun auch mit den unterschiedlichen Cloud-Diensten verschiedener Provider jonglieren. Das umfasst ein breites Angebot von Preismodellen, Sicherheits- und Compliance-Policies, SLAs (Service Level Agreements), Support und mehr. Keine leichte Aufgabe – vom Fachkräftemangel in der IT-Branche ganz abgesehen.

Externe Unterstützung erwünscht

Laut Crisp Research wissen die Unternehmen, dass ihnen die Expertise bei der Umsetzung komplexer Multi-Cloud-Strategien fehlt. Deshalb setzt die Mehrheit der Studienteilnehmer darauf, sich von Managed Service Providern begleiten zu lassen. Tatsächlich ist es sinnvoll, sich beim „Vorhaben Multi-Cloud“ gut beraten zu lassen. Managed Hosting Provider verfügen über das entsprechende Know-how und die nötige Expertise, um dabei zu unterstützen.

Denn sie bieten in der Regel sowohl Cloud-Angebote in den eigenen Rechenzentren als auch die Möglichkeit, Ressourcen großer Public-Cloud-Anbieter über sie zu beziehen. So unterstützen sie bei der optimalen Verteilung der unterschiedlichen Workloads, der Migration in die Multi-Cloud sowie beim Betrieb der unterschiedlichen Clouds.

Sie können die Ausgangslage beim Kunden analysieren und die optimale Multi-Cloud-Struktur für das entsprechende Szenario evaluieren und ausarbeiten. Das umfasst nicht nur die Auswahl der geeigneten technischen Infrastruktur, sondern auch ein Proof-of-Concept für bestimmte Teilbereiche sowie Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.

Neben der Migration von Anwendungen und Daten ist eine strategisch geplante Anbindung über passende Schnittstellen zwischen der vernetzen Cloud-Infrastruktur wichtig. Sicherheitsaspekte sowie der ausfallsichere Betrieb der Anwendungen und Systeme inklusive Lastverteilung über die gesamte Multi-Cloud-Architektur hinweg werden ebenfalls berücksichtigt.

Auf Multi-Cloud-Kompetenz achten

Unternehmen, die eine Multi-Cloud-Strategie umsetzen wollen, sollten bei der Auswahl des richtigen Partners auf tiefgreifende Cloud-Fachkompetenz achten. Wichtig ist, dass der externe Partner plattformunabhängig beraten und unterstützen kann, um einen Vendor-Lock-in zu vermeiden. Deshalb sollte der Managed Service Provider über umfangreiches Know-how bei mindestens einer Hyperscale Public Cloud verfügen. Kompetenzen in den Bereichen DevOps, agile Entwicklung, Automation und Skalierbarkeit sowie Erfahrung bei der Integration von Cloud-Lösungen sind ebenfalls wichtig.

Zudem sollte der Provider ein breites Technologiespektrum anbieten können, um wirklich hybride Lösungen realisieren zu können. Dann ist der Multi-Cloud-Partner in der Lage, Unternehmen unmittelbar bei der Verwaltung komplexer Cloud-Umgebungen zu entlasten. Der Kunde kann sich auf sein Kerngeschäft fokussieren und verliert nicht den Überblick. Denn das Multi-Cloud-Management übernimmt gezielt ein erfahrener und professioneller Partner.

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