Multi-Cloud-Orchestrierung: Cloud-Services optimal aussteuern

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Komplexe Cloud-Infrastrukturen sind eine Herausforderung für die IT – eine Multi-Cloud-Orchestrierung schafft Ordnung und Überblick.

Die fortschreitende Digitalisierung hat dafür gesorgt, dass immer mehr Unternehmen das klassische Rechenzentrum ganz oder teilweise gegen die Cloud eintauschen. Eine Multi-Cloud-Umgebung kombiniert dabei die Vorteile unterschiedlicher Cloud-Plattformen und -Anbieter und ermöglicht es Unternehmen, das Beste aus verschiedenen Infrastrukturen und Plattformen zu kombinieren. Gleichzeitig lässt sich mit dem gezielten Einsatz der jeweils passenden Lösungen die Performance erhöhen und Kosten sparen.

Studie Cloud Orchestration von techconsult

Warum Cloud Orchestration der Schlüssel der Digitalisierung ist

Für 72 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen zeichnet sich ein klarer Trend ab – in den nächsten 24 Monaten wird der Anteil der Multi-Cloud in Unternehmen stark bis sehr stark zunehmen.

Studie jetzt kostenlos downloaden

Gerade angesichts der Covid-19-Pandemie, in der viele Anwender außerhalb des angestammten Büros arbeiten, ist die hohe Auslastung der Hybrid- oder Multi-Cloud-Plattformen eine Herausforderung. IT-Verantwortliche müssen daher innerhalb einer aus Public- und Private-Cloud-Ressourcen unterschiedlicher Anbieter bestehenden Cloud-Architektur jederzeit den Überblick über verfügbare Reserven, Auslastung und Nutzung der vorhandenen Ressourcen haben. Insbesondere der Einsatz von nicht durch die IT-Abteilung genehmigten Cloud-Lösungen (Schatten-IT) birgt Risiken bezüglich der Einhaltung der Compliance und hinsichtlich der entstehenden Kosten.

Multi-Cloud-Lösungen durch Orchestrierung beherrschen

Mehr als zwei Drittel der befragten IT-Verantwortlichen (69 Prozent) haben keinen oder nur einen begrenzten Überblick über alle Anwendungen, die sich in der Cloud-Infrastruktur befinden. Dies hat das Analyse- und Marktforschungsinstitut techconsult in Zusammenarbeit mit plusserver im Rahmen der Studie „Status und Entwicklungen auf dem deutschen Cloud-Markt“ ermittelt. Für die Unternehmen sollte dies ein Alarmsignal sein, weil sie dadurch Kostenrisiken eingehen, die Compliance riskieren und Performance einbüßen. Die vollständige Studie gibt’s hier zum kostenlosen Download.

Dabei ermöglicht eine Cloud-Orchestrierung das generelle Bereitstellen von Serverkapazitäten, das Hinzubuchen und Dedizieren von Speicherkapazitäten sowie die Verwaltung und optimale Zuteilung von Netzwerkressourcen. Denn um bestmögliche Antwortzeiten und Verfügbarkeit zu gewährleisten, sollten Unternehmen bestimmte kritische Workloads über eine Cloud in der Region des Nutzers hosten. Zusätzlich lassen sich mit Hilfe einer Orchestrierungslösung virtuelle Maschinen erstellen und Softwareressourcen dort in Form von Services zuordnen.

Die wichtigsten Argumente für eine moderne Multi-Cloud-Orchestrierung

  1. Jederzeit Überblick über sämtliche Cloud-Ressourcen, Services und Workloads
  2. Optimale Compliance und IT-Sicherheit – mit rechtzeitigem Erkennen von Cybersecurity-Angriffen
  3. Einhalten sämtlicher branchen- und länderspezifischen Datenhoheitsrichtlinien, auch bei US-based Cloud-Plattformen
  4. Aussteuerung von Services nach geografischen Gesichtspunkten sorgt für hohe Verfügbarkeit und schnelle Antwortzeiten.
  5. Bessere Kostenkontrolle und nachvollziehbare Entscheidungen bei der Buchung von zusätzlichen Ressourcen

Orchestrierung von Workloads, Services und Ressourcen

In der Regel unterscheidet man innerhalb der Cloud-Orchestrierung zwischen Workload-, Service- und Ressourcenorchestrierung – gesteuert werden also die Auslastung der Cloud, die hierfür verantwortlichen Anwendungen und die vorhandene Rechenleistung. Zudem berücksichtigt eine moderne Orchestrierungslösung auch Compliance- und IT-Security-Themen. Das stellt gerade im Fall unterschiedlicher Sicherheitsanforderungen, die sich aus den unterschiedlichen Cloud-Systemen ergeben, sicher, dass Cyberangriffe schnell abgewehrt werden können.

Auch lassen sich so besonders schützenswerte Bereiche des Netzwerks vorsorglich abriegeln und anderweitig bekannt gewordene Sicherheitslücken bereits proaktiv schließen. Auch das Richtlinienmanagement für den Datenschutz oder die Gesetzgebung einer bestimmten Branche lässt sich so individuell regeln – auf Wunsch auch separat für einzelne Standorte oder Ländergesellschaften. So stellen Unternehmen sicher, dass sie Datenhoheitsrichtlinien wie die DSGVO zuverlässig einhalten.

Multi-Cloud-Orchestrierung: Clouds im Einklang

Doch die Multi-Cloud-Orchestrierung geht noch einen Schritt weiter, weil sie all das nicht nur im Kontext einer Hybrid Cloud und unterschiedlicher einzelner Public und Private Clouds gewährleistet, sondern auch die unterschiedlichen Cloud-Infrastrukturen, etwa Amazon AWS, Microsoft Azure Cloud oder die Google Cloud miteinander in Einklang bringt. In Kooperation mit einem Software-Defined Datacenter und entsprechend hinterlegten Preismodellen kann eine Orchestrierungslösung auch selbstständig entscheiden, auf welcher Cloud bestimmte Ressourcen bei Mehrbedarf gebucht werden. Handelt es sich um ein globales Unternehmen, berücksichtigt Multi-Cloud-Orchestrierung gegebenenfalls auch die unterschiedlichen Serverstandorte und wählt den passenden geografischen Standort für eine Ressource.

Verbindung von Automatisierung und menschlicher Administration

All das legt schon nahe, dass eine Orchestrierung weitgehend automatisiert auf Basis vorgefasster oder dynamischer Regeln und Vorlagen arbeitet. Hierzu wird regelmäßig eine Vielzahl an Werten, etwa Geschwindigkeiten und Netzauslastung, geprüft und der Administrator nur im Notfall auf entsprechende Unstimmigkeiten und die Notwendigkeit zum Eingriff aufmerksam gemacht. In erster Linie lassen sich so Personalkosten für den laufenden Betrieb auf ein Minimum reduzieren, sodass der Administrator sich auf die wichtigen Aufgaben fokussieren kann.

Davon abgesehen ist eine Multi-Cloud-Orchestrierung aber auch dazu geeignet, effizienter und treffsicherer als menschliche Mitarbeiter die jeweiligen Kapazitäten optimal auszusteuern und zu verteilen. Doch Cloud-Orchestrierung ist mehr als nur schnöde Sparmaßnahme: Sie ermöglicht eine stringentere und ressourcenschonendere IT-Führung. So können beispielsweise einzelne Mitarbeiter (quasi die „Kunden“ im Unternehmen) im Rahmen von Self-Service-Lösungen bestimmte für sie vorgesehene Anwendungen und Ressourcen selbstständig anfordern – oder diese auch nach Ende eines Projekts wieder freigeben.

Orchestrierung für Management komplexer Cloud-Umgebungen in Unternehmen

Unterm Strich wird eine Multi-Cloud-Orchestrierung so der hohen Dynamik und wachsenden Komplexität von IT-Infrastrukturen gerecht und sorgt für die effiziente, teilautomatisierte Aussteuerung von verschiedenen Cloud-Infrastrukturen. Unternehmen können aus zahlreichen Softwarelösungen verschiedener Hersteller wählen.

Im Rahmen der Studie „Status Quo und Entwicklungen auf dem deutschen Cloud-Markt“ hat sich ebenfalls gezeigt, dass für viele Unternehmen der Kurs ganz klar in Richtung von Multi-Cloud-Lösungen geht: Etwa drei von vier Befragten gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren der Multi-Cloud-Anteil in Unternehmen zunehmen oder stark zunehmen wird. Jeder zweite Befragte (51 Prozent) gibt als Hauptgrund für die Nutzung verschiedener Cloud-Anbieter die höhere Performance und Geschwindigkeit an, gefolgt von einer höheren Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit (35 Prozent).

Doch in vielen Unternehmen der unterschiedlichen Größen und Branchen herrscht hier immer noch ein Wildwuchs an Silolösungen und Admin-Tools. Eine Cloud-Orchestrierung kann mit Hilfe moderner Automatisierungslösungen dazu beitragen, diese Komplexität besser zu beherrschen, die Performance der Systeme zu erhöhen und alle geltenden rechtlichen Vorgaben zu erfüllen.

Status quo der Multi-Cloud (Infografik)

Die Studie „Status Quo und Entwicklungen auf dem deutschen Cloud-Markt“ können Sie hier kostenlos herunterladen.

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