Open Source Software: Darum ist sie ein Gewinn für Unternehmen

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Fortschreitende Digitalisierung und Cloud sind Treiber für mehr Open Source Software im Unternehmenseinsatz.

Open Source Software (OSS) ist schon lange populär in den Bereichen Serverbetriebssysteme, Web- und Mailserver, Datenbanken und Middleware. Inzwischen spielt das Open-Source-Konzept auch in kommerzieller Software eine immer wichtigere Rolle. Heute setzen Unternehmen zunehmend auf die quellcodeoffene Software, um die Digitalisierung und den Einsatz von Cloud-Technologien voranzutreiben. Docker-Container und Hadoop als Basis für Big-Data-Anwendungen sind hier nur zwei der vielen Beispiele. Die steigende Bedeutung von Open Source zeigt sich auch in dem Projekt Sovereign Cloud Stack, das eine der Kernkomponenten der europäischen Cloud GAIA-X darstellt.

pluscloud open - die erste Open Source Cloud basierend auf GAIA-X

Unternehmen eindeutig an Open Source interessiert

Im Rahmen des „Open Source Monitor 2019“ hat der Branchenverband Bitkom ermittelt, dass drei Viertel der 804 befragten Unternehmen an Open Source interessiert sind. All diese Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern in Deutschland stehen Open Source Software aufgeschlossen gegenüber. Die Experten fanden auch heraus, dass der Mittelstand sogar noch aufgeschlossener ist als die Großunternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern.

Bitkom-Grafik: Einstellung zu Open Source

Allerdings fehlt den meisten Firmen noch eine strategische Herangehensweise beim Einsatz von Open Source Software. So hat nur jedes fünfte Unternehmen (77 Prozent) aktuell eine Open-Source-Strategie. Von den 21 Prozent der Befragten, die eine Strategie haben verfolgen nur 12 Prozent einen konkreten Ansatz für die Verwendung von OSS. Zudem hat nur ein Prozent der Unternehmen ab 100 Mitarbeitern intern eine formelle Position für einen Leiter OSS geschaffen. Hier besteht also noch deutlicher Nachholbedarf bei den Unternehmen.

Trotz mangelnder Strategie und fehlender dedizierter Verantwortlichkeiten setzen bereits 69 Prozent der Unternehmen Open Source Software ein. Nur 27 Prozent der Befragten verwenden keine OOS.  Nach den genauen Einsatzszenarien befragt stellte sich heraus, dass vorwiegend neue Cloud-basierte Technologien der Treiber dafür sind. Genannt wurden allen voran Container-Technologien, Big Data & Analytics, Cloud Computing allgemein sowie IoT . 

OSS zunehmend in geschäftskritischen Projekten

Auch der Report „State of Enterprise Open Source 2020“ von Red Hat bestätigt, dass Open Source Software bedeutsam für Unternehmen ist. So sagen 95 Prozent der 950 weltweit befragten IT-Entscheider, dass Open Source wichtig für ihre Organisation ist. Drei Viertel von ihnen erachten OSS sogar als sehr oder extrem wichtig für ihr Unternehmen. Und ganze 77 Prozent erwarten eine weiterhin zunehmende Nutzung von OSS in ihrem Betrieb. Das ist ein relativ sprunghafter Anstieg um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  

Befragt nach den konkreten Einsatzgebieten von OSS zeigt auch dieser Bericht den Einsatz in Cloud-Umgebungen. Open Source wird demnach vorwiegend in den Bereichen Security, Cloud Management, Datenbanken und Big Data & Analytics eingesetzt. Weiterhin nutzen 60 Prozent der Befragten OSS, um ihre IT-Infrastruktur zu modernisieren. 53 Prozent setzen auf Open Source Software für die Anwendungsentwicklung sowie 52 Prozent für DevOps.  

Nutzung von Open Source - Red Hat

Quelle: Red Hat

Open Source und Cloud treiben einander an

Auch die Befragung von Red Hat nach konkreten Vorteilen durch den Einsatz von Open Source zeigt die Affinität zwischen OSS und der Cloud. Auffallend sind hier zwei Ergebnisse: Zum einen, dass der Kostenfaktor (geringere Betriebskosten) mit 30 Prozent der Nennungen an die zweite Stelle zurückfiel. Der neue Hauptvorteil, den die Befragten in der Nutzung von OSS sehen ist mit 33 Prozent eine qualitativ bessere Software. Und das ist ein wichtiger Apsekt, wenn man die immer kürzeren Release-Zyklen moderner Anwendungen in Betracht zieht.

Zum anderen fiel auf, dass der Cloud-Aspekt (28 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr von Platz acht auf Platz vier kletterte. Die Experten von Red Hat sind sich einig, dass dieser Anstieg zeigt, wie wichtig das Open-Source-Entwicklungsmodell ist. Und das gilt vor allem für neue und aufstrebende Softwarekategorien inklusive Cloud-nativer Software. Das bestätigt auch die Aussage der Befragten, in Zukunft noch mehr auf solche Cloud-nativen Technologien zu setzen. So gaben 56 Prozent der Unternehmen an, die ein internes Anwendungsentwicklungsteam haben, in den nächsten 12 Monaten verstärkt Container einzusetzen. Zudem übersteigt die Kombination aus Cloud-nativen und Cloud-fähigen Apps (61 Prozent) bereits heute die Anzahl der Legacy-Anwendungen (39 Prozent). 

Insgesamt sagen 83 Prozent der Entscheider, dass Open-Source-Unternehmenssoftware maßgeblich dazu beigetragen hat, die Vorteile von Cloud-Architekturen auszuschöpfen. 63 Prozent der befragten IT-Entscheider nutzen bereits heute eine Hybrid Cloud. Und von denen, die derzeit noch keine Hybrid Cloud nutzen, wollen 54 Prozent dies innerhalb der nächsten 24 Monate tun.  

Fazit

Unternehmen brauchen die Cloud, um die Digitale Transformation umzusetzen und voranzutreiben. Das ist heute ein Fakt. In der Regel startet dieser Prozess jedoch mit einer Transformation der IT. Denn die Taktfrequenz, mit der neue Anwendungen und Services auf den Markt gebracht werden müssen, hat sich wesentlich erhöht. Für die Entwicklung dieser Anwendungen eignet sich Open Source Software dabei ideal.

Denn Unternehmen können dank OSS Kosten einsparen und Entwickler gemeinsam an einer Anwendung arbeiten. Der Quellcode von OSS steht für Analysen, Anpassungen und Modifikationen offen und kann auch mit Partnern geteilt werden. Dadurch bietet Open Source Software eine optimale und zukunftsfähige Grundlage für agile Prozesse wie DevOps und moderne Cloud-native Applikationen.

Open Source wichtige Grundlage für GAIA-X

Die Vorteile von Open Source Software im Zusammenhang mit Cloud-Technologien haben auch Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung erkannt. So hat das Bundeswirtschaftsministerium im Herbst 2019 mit GAIA-X eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen. Sie sieht den Aufbau einer europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur vor. Ziel des Projekts ist es, die digitale Souveränität und die Datensouveränität in Europa zu stärken. Damit soll Europa unabhängiger und weniger beeinflussbar durch Handelskonflikte werden.

Zudem soll GAIA-X auch kleinen Unternehmen ermöglichen, die Vorteile von Cloud-Lösungen ohne Verzicht auf ihre Datensouveränität zu erschließen. Als wichtige Grundprinzipien für den Aufbau dieser europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur wurde auch Open Source genannt. Denn Experten erachten offene Schnittstellen, offene Standards und eine offene Dokumentation als wichtig für das Gelingen von GAIA-X. 

So soll auch das Open-Source-Projekt „Sovereign Cloud Stack (SCS)“ als Teil von GAIA-X dazu beitragen, dass Daten sicher und verantwortungsvoll verarbeitet werden und vor allem die Cloud-Nutzer nicht in Abhängigkeit von einzelnen Anbietern oder den Interessen einzelner Länder geraten. An diesem Projekt ist plusserver mit weiteren Partnern beteiligt.

Und in diesem Rahmen hat der deutsche Anbieter jüngst die weltweit erste Open Source Cloud „pluscloud open“ vorgestellt, die komplett auf GAIA-X und SCS basiert.

Aufzeichnung des plusforums zum Thema: Wer braucht GAIA-X und den Sovereign Cloud Stack?

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