Agiles Arbeiten: Das macht ein Product Owner bei plusserver

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Natalia Grinberg ist Product Owner im Produktmanagement bei plusserver. Wir wollen wissen: Was macht ein Product Owner und wie läuft agiles Arbeiten eigentlich ab?

Hallo Natalia, schön, dass du Zeit hast, uns heute ein paar Fragen zu deinem Job zu beantworten. Kannst du uns zum Einstieg kurz etwas über deine aktuelle Position und zu deinem Werdegang erzählen?

Momentan arbeite ich bei plusserver als Product Owner für interne Projekte. Vorher habe ich eigentlich etwas ganz Anderes gemacht. Ich habe insgesamt fünf Jahre lang VWL studiert und war nach meinem Studium Data Scientist in der Finanzbranche. Auch dort hatte ich bereits viele Berührungspunkte mit dem Themengebiet Cloud. Deshalb dachte ich mir: „Warum vertiefe ich nicht dieses Wissen in einem Unternehmen, das Cloud-Lösungen anbietet?“ plusserver ist die erste IT-Firma, in der ich arbeite. Ich bin also sozusagen eine Quereinsteigerin – aber ich war erstaunt, wie schnell ich in das Thema reingekommen bin, obwohl ich „die Cloud“ immer nur aus Anwender-Perspektive betrachtet habe und nie aus der technischen Perspektive.

Welche Aufgaben hast du als Product Owner bei plusserver? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich habe eine Art Grundgerüst, nach dem ich meinen Tagesablauf einteile. Vormittags habe ich gemeinsam mit meiner Squad ein Daily, was meinen Tag strukturiert. Ich nutze den Morgen, um mich auf den Tag vorzubereiten, Meetings zu planen und zu durchdenken, was ich besprechen und erreichen möchte. Nach dem Daily habe ich meistens ein Meeting mit Leuten, die mein Projekt betrifft, also mit Stakeholdern. In dieses Meeting möchte ich natürlich sehr strukturiert reingehen, damit wir schnell zu einem Ergebnis kommen. So gestaltet sich auch ungefähr der Rest des Tages, es ist meistens eine Mischung aus Meetings planen und gestalten und danach die entstandenen Ergebnisse aufzuarbeiten und neue Aufgaben zu verteilen.

Wichtig ist, dem Team Mut zu machen und allen das Gefühl zu geben, dass Fehler erlaubt sind.

Kannst du uns etwas zu der agilen Arbeitsweise bei plusserver erzählen?

Wir bei plusserver arbeiten nach dem Scrum Framework: Wir teilen uns auf in themenspezifische Squads, also einer Gruppe von Menschen, die aus einem Product Owner, einem Scrum Master und einem Team besteht. Das Team besteht oft aus Entwickler*innen, häufig sind aber auch Personen dabei, die einfach motiviert sind, an einem bestimmten Thema mitzuarbeiten. Wir bekommen als Squad ein bestimmtes Ziel gesetzt, zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Produkts oder das Erreichen eines bestimmten Zielzustands im Unternehmen. Wir haben dann die Aufgabe, uns eigenständig zu überlegen, welche Schritte dazu nötig sind. Das Team soll diese Schritte dann umsetzen, mit der Besonderheit, dass sie dies eigenverantwortlich tun. Das heißt: Es gibt keinen Chef oder Chefin, der/die sagt, wie es umgesetzt werden muss – nur das Ziel ist vorgegeben.

Es gibt mehrere Squads mit verschiedenen Schwerpunkten und untereinander entstehen oftmals ein paar Abhängigkeiten. Dafür haben wir alle zwei Wochen das sogenannte Scrum of Scrums. Das ist ein Meeting, in dem wir besprechen, welche Probleme innerhalb der Squads auftreten und wie man diese lösen könnte.

Als Product Owner habe ich die Aufgabe, ein priorisiertes Backlog vorzulegen. Ich muss mir überlegen, was die Ziele innerhalb der Squad sind und diese in eine Reihenfolge bringen und priorisieren. Das Team kann sich dann auf eine Aufgabe einigen, die innerhalb des dreiwöchigen Sprints verfolgt wird. Während der Sprints bin ich dann Ansprechpartnerin für mein Team und für den Austausch mit den Stakeholdern und den anderen Squads verantwortlich.

Scrum Rollen

Eine Squad innerhalb des Scrum-Frameworks besteht aus einem Product Owner, einem Scrum Master und einem multidisziplinär aufgestellten Scrum Team.

Welche Herausforderungen ergeben sich deiner Meinung nach durch das Scrum-Framework?

Womit ich mich in der letzten Zeit oft beschäftigt habe, ist die Frage, welches Mindset man mitbringen muss, um nach dem Scrum-Framework zu arbeiten. Wie ich schon gesagt habe, ist es wichtig, eigenverantwortlich zu arbeiten, was auch einen gewissen Gestaltungswillen voraussetzt. Menschen sind verschieden und arbeiten auch auf eine unterschiedliche Art und Weise; manche Menschen mögen es, klare Vorgaben zu erhalten und diese abzuarbeiten. Andere bevorzugen es wiederum, in der Gestaltung etwas freier zu sein. Es ist also eine Herausforderung, diese verschiedenen Präferenzen unter einen Hut zu bekommen und die Eigenverantwortung, die Scrum voraussetzt, zu fördern. Wichtig ist, dem Team Mut zu machen und allen das Gefühl zu geben, dass Fehler erlaubt sind.

Welche Vorteile ergeben sich durch die agile Herangehensweise?

Man ist zum einen als Unternehmen unheimlich resilient, was neue Entwicklungen angeht. Ein Beispiel hierfür ist das europäische Cloud-Projekt GAIA-X. Dort arbeitet plusserver als Gründungsmitglied federführend an der Entwicklung einer Kernkomponente mit, dem Sovereign Cloud Stack. Die Entwicklungen rund um GAIA-X gehen unheimlich schnell voran und wir sind durch das Scrum-Framework so aufgestellt, dass wir alles Mögliche schnell liefern können.

Ein weiterer Vorteil ist die Eigenverantwortung und die Möglichkeiten, den eigenen Gestaltungswillen ausleben zu können. Ich empfinde das als sehr befreiend, weil ich selbst entscheiden kann, auf welche Art und Weise ich meine Arbeit erledige und mir ein eigenes Tempo vorgeben kann.

Außerdem gibt das Scrum-Framework durch die genau definierten Ziele und den festen Zeitrahmen einen gewissen Rhythmus vor. Wenn sich das Team auf eine bestimmte Aufgabe einigt, kommt während des Sprints auch nichts dazwischen – so können alle den Fokus auf das Ziel legen und werden nicht durch andere Dinge abgelenkt. Durch den begrenzten Zeitrahmen von Meetings beschränkt sich außerdem jeder auf das Wichtigste und viele überflüssige Gespräche fallen weg.

Was muss man mitbringen, um Product Owner zu werden?

Zuverlässigkeit ist das A und O, denn das gesamte Scrum-Framework baut auf Vertrauen auf. Wenn dir weder das Team noch die Stakeholder vertrauen können, ist das Spiel eigentlich aus, weil das gesamte Framework zusammenbricht. Umgekehrt gilt das genauso: Es hilft, eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen, und einfach dem Prozess und dem Team zu vertrauen.

Es ist egal, welche Aufgabe, man sich vornimmt: Auf die Unterstützung und die Hilfsbereitschaft der Kolleg*innen kann man jederzeit zählen.

Man kann als Product Owner auch ein eher introvertierter Mensch sein. Das Wichtigste ist allerdings, dass man sehr kommunikativ und emphatisch sein sollte. Das ist so ziemlich der Kern des Ganzen. Ohne diese Aspekte wird weder die Entwicklung des Produkts noch die Zusammenarbeit untereinander angenehm. Ich glaube, man sollte außerdem grundsätzlich offen für neue Ideen sein und sich auch darüber bewusst sein, dass man auch mal mit den eigenen Annahmen falsch liegt.

Was ist das Tolle an deinem Job als Product Owner?

Ich habe sehr vielfältige Interessen, die alle auf eine Art und Weise gebraucht werden und nützlich sind. Als Product Owner kann ich meine Liebe zur Sprache und den Sinn für Ästhetik mit meiner Freude am Organisieren verbinden.

Was gefällt dir an plusserver?

Ich habe mich für plusserver entschieden, weil mich die Atmosphäre und die Freundlichkeit und Offenheit überzeugt hat. Die ist auch nicht nur beim Einstieg in den Job spürbar sondern durchgehend. Es ist egal, welche Aufgabe, man sich vornimmt: Auf die Unterstützung und die Hilfsbereitschaft der Kolleg*innen kann man jederzeit zählen.

Product Owner

Vielen Dank, Natalia!

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Titelbild von You X Ventures auf Unsplash

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