Umstellung auf S/4HANA – wo stehen deutsche Unternehmen?

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Die Corona-Pandemie hat die S/4HANA-Transformation zunächst ins Stocken gebracht und den Fokus neu ausgerichtet.

Seit 2019 rückte eine Umstellung auf S/4HANA für SAP-Kunden zunehmend auf die Agenda. Damals befassten sich gerade einmal 52 Prozent der Befragten einer Studie von Lünendonk & Hossenfelder mit der Erstellung eines entsprechenden Business Case. Zudem planten 48 Prozent der Unternehmen eine rein technische Migration vom bestehenden ERP-System zu S/4HANA. Wie sieht es heute aus? Eine aktuelle Lünendonk-Studie beleuchtet den aktuellen Status quo im Zeichen der Corona-Pandemie.

S/4HANA-Einführungen werden zwar nicht komplett gestoppt, aber sie scheinen sich länger zu ziehen

Quelle: Lünendonk

Zunächst kurzes Stocken bei der S/4HANA-Umstellung

Als die Corona-Pandemie ausbrach, kamen die Planungen für eine S/4HANA-Umstellung zunächst etwas ins Stocken. Gerade im ersten Quartal 2020 herrschte große Unsicherheit. Gleichzeitig stieg der Druck, die Digitalisierung und den digitalen Arbeitsplatz voranzutreiben. Die deutsche Wirtschaft erlitt einen sehr deutlichen Leistungseinbruch.

Dieser Einbruch der Wirtschaftsleistung zwang die Unternehmen einerseits, sich mit einer neuen Dringlichkeit um das Vorantreiben der Digitalisierung zu kümmern. Andererseits mussten sie sich aufgrund gekürzter IT-Budgets auf die wirklich wichtigen Projekte von hoher strategischer und operativer Relevanz fokussieren.

Hierzu zählte bei fast der Hälfte der Befragten die S/4HANA-Umstellung. So führten 47 Prozent der befragten Unternehmen die Umstellungsprojekte wie geplant weiter. Weitere 47 Prozent trieben diese nach der kurzen Atempause mit neuem Schwung voran. Und nur sehr wenige Unternehmen (6 Prozent) stoppten ihre Umstellungspläne vorerst ganz.

Fokus neu ausgerichtet

Die Studie zeigt auch, dass knapp 40 Prozent der Unternehmen ihren Fokus aufgrund der Corona-Pandemie neu ausgerichtet haben. Dies galt mit 44 Prozent besonders für die Branchen Maschinenbau, Anlagenbau und Automotive. Auch die Chemie- und Pharmaindustrie war mit 45 Prozent stark betroffen. Ausschlaggebend für eine Anpassung des bisherigen Fokus bei der Umstellung waren unter anderem zwingend erforderliche Effizienzsteigerungen in der IT. Auch eine Optimierung bestehender Geschäftsprozesse sowie spezielle Anforderungen der Fachbereiche trugen zu dieser Entscheidung bei.

Letztlich schiebt Corona die S/4HANA-Migration an

Durch die Pandemie sind Unternehmen zunehmend gezwungen, sich mit der Digitalisierung und veränderten Anforderungen in der Geschäftswelt auseinanderzusetzen. Aktuell forcieren daher 64 Prozent der befragten Unternehmen die Umstellung auf S/4HANA. Sie wollen damit ihre IT-Landschaft modernisieren und an die veränderten Geschäftsanforderungen anpassen. 54 Prozent der Befragten wollen durch die S/4HANA-Umstellung ihre Digitalisierung gezielt vorantreiben, um neue digitale Geschäftsmodelle aufbauen zu können. Und weitere 54 Prozent treiben die Umstellung aufgrund des gestiegenen Drucks zum digitalen Arbeitsplatz voran.

Nach den Haupttreibern für die S/4HANA-Umstellung befragt, nennen 38 Prozent „Veränderte Business-Anforderungen, die im ERP abgebildet werden müssen“. Weitere 38 Prozent führen erneut die „Modernisierung der IT-Landschaft auf S/4HANA“ an. Im Vergleich dazu stellen nur 24 Prozent der Unternehmen aufgrund des Zeitdrucks durch SAP zum Systemwechsel auf S/4HANA um.

Von den veränderten Anforderungen an die ERP-Systeme sind besonders die Konsumgüter- (50 Prozent) und die Logistik-Branche (70 Prozent) betroffen. Das verwundert nicht. Denn gerade diese beiden Branchen mussten durch diverse Lockdowns möglichst schnell handeln und sich anpassen. Es galt, zügig digitale Vertriebskanäle aufzusetzen und möglichst plattformbasierte Geschäftsmodelle aufzubauen, um die Endkunden weiter bedienen zu können.

S/4HANA-Transformation ist Teil der Business-Transformation

Quelle: Lünendonk

S/4HANA soll den Weg in die digitale Zukunft bereiten

Corona hat deutlich aufgezeigt, wie wichtig die Digitalisierung inzwischen geworden ist. Unternehmen, die eine Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse vor sich hergeschoben hatten, sind seither eines besseren belehrt. Und so soll S/4HANA nun den Weg in die digitale Zukunft bereiten: Insgesamt 95 Prozent der befragten Unternehmen wollen zukünftig digitale und datenbasierte Geschäftsmodelle besser umsetzen und steuern. 89 Prozent der Befragten möchte Prozesse mit einem Digital Core auf die Anforderungen der Digitalisierung und der veränderten Marktbedingungen umstellen. 43 Prozent möchten mit der S/4HANA-Umstellung die prozessualen und technischen Voraussetzungen schaffen, um Teil der Plattformökonomie zu werden.

Bunte Migrationsstrategie gefragt

Für die Umsetzung der Migration stehen IT-Entscheidern unterschiedliche Strategien und Ansätze zur Verfügung . Laut Lünendonk präferierten die Unternehmen in der Erstauflage der Studie aus dem Jahr 2019 den Brownfield-Ansatz. Heute geht es bunter zu und Mischansätze aus Brown- und Greenfield sind am gefragtesten (43 Prozent). Das mag zum einen daraus resultieren, dass SAP die Umstellungsfrist für Unternehmen bis zum Jahr 2027 verlängert hat. Zum anderen gibt ein Mischansatz Unternehmen die Chance, die Umstellung bewusster anzugehen und gezielt auszuwählen, wann welcher Migrationsansatz am besten passt.

Mehr zu den Migrationsansätzen lesen Sie auch im neuen Whitepaper „SAP-Transformation: Strategien für IT-Entscheider“

Infos zur Studie

Grundlage der neuen Lünendonk-Studie „S/4HANA-Umstellung: Status quo, Planungen und Roadmap zur ERP-Modernisierung in der Corona-Pandemie“ ist eine telefonische Befragung von 100 IT-Verantwortlichen zwischen August und Oktober 2020. Die befragten Unternehmen repräsentieren dabei einen breiten Branchenquerschnitt mit Schwerpunkt auf Manufacturing- und Automotive-Branche sowie den Handel. 61 Prozent der befragten Unternehmen stammen aus Deutschland, 20 Prozent aus der Schweiz und 19 Prozent aus Österreich.

SAP-Migration in die Cloud

Die Umstellung auf S/4HANA mit einem Wechsel in die Cloud zu kombinieren verspricht klare Vorteile. Hierzu zählen langfristige Kostenersparnisse, eine geringere Belastung der eigenen IT sowie mehr Agilität und Flexibilität durch eine skalierbare Infrastruktur.

Lesen Sie hier mehr dazu:

Unternehmen, die ihre Daten sicher und DSGVO-konform in Deutschland hosten möchten, können auf spezialisierte Dienste lokaler Cloud-Anbieter setzen. Unternehmen wie plusserver bieten beispielsweise Beratungsleistungen und Betrieb der SAP-Basis in der pluscloud an, einer eigenen deutschen Cloud. Die SAP-Experten kontrollieren dabei nicht nur die permanente Verfügbarkeit und Sicherheit. Sie unterstützen zudem durch Security- und Monitoring-Services der Cloud-Infrastruktur. Unternehmen können dadurch ihre interne IT noch stärker entlasten, agiler werden und schneller auf veränderte Marktanforderungen reagieren.

Die richtige Strategie für Ihre SAP-Transformation

In diesem Paper zeigen wir unter anderem:

  • welche Wege und Optionen sich IT-Entscheidern bieten, SAP als Digitalisierungsplattform auszubauen
  • die unterschiedlichen Betriebsmodelle der Infrastruktur
  • Migrationsszenarien für verschiedene Anforderungen

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