Was ist Mass Customization?

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Mass Customization bzw. individuelle Massenproduktion – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wir werfen einen Blick auf dieses Fertigungsmodell.

Was bedeutet Mass Customization?

Überlegen Sie mal: Welche Eigenschaften verbinden Sie mit der Massenproduktion und welche mit der Einzelproduktion?

Die Massenproduktion zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad und durch die Standardisierung der Produkte aus. Die Folge: Hohe Stückzahlen können zu relativ niedrigen Preisen an die Masse vertrieben werden.

Dagegen erlaubt die Einzelfertigung, dass die Produkte auf die individuellen Wünsche und Präferenzen des Kunden angepasst werden – damit gehen allerdings ein hoher Aufwand und dementsprechend auch hohe Kosten einher.

Von der Massenproduktion zur Mass Customization

Quelle: Custom Gateway

Bei der sogenannten Mass Customization, also der individuellen Massenproduktion, werden die Kerneigenschaften dieser beiden Fertigungstypen kombiniert. Der Kunde erhält ein auf ihn abgestimmtes Produkt, ohne dabei auf die Kostenvorteile der Massen- bzw. Serienproduktion verzichten zu müssen. Innerhalb der Mass Customization unterscheidet man zwischen der

  • Soft Customization: Hier wird der Kunde nicht aktiv in den Herstellungsprozess eingebunden. Die Individualisierung der Produkte findet also nicht in der Fertigung statt, sondern eher durch den Kunden selbst.
  • Hard Customization: Beispiele dafür sind etwa Automodelle mit individueller Konfiguration oder personalisierte Sportschuhe. Der Kunde wird in den Fertigungsprozess einbezogen, weshalb seine individuellen Vorstellungen und Wünsche berücksichtigt werden können.

Wie funktioniert Mass Customization?

Das Zeitalter der Industrie 4.0 stellt die Art und Weise, wie Produktionsfirmen weltweit arbeiten und produzieren, auf den Kopf. Industrie 4.0 steht dabei für die vernetzte Produktion in einer modernen und automatisierten Fabrik, einer sogenannten Smart Factory.

Aber was macht die Smart Factory so besonders? Hier sind alle Anlagen, Produkte und Prozesse miteinander verknüpft und weitestgehend automatisiert, sodass sich die Produktion größtenteils ohne allzu große menschliche Hilfe selbst organisiert. Wichtige Technologien im Zusammenhang mit der Smart Factory sind beispielsweise das Internet of Things (IoT) und IoT-basierte Cloud-Plattformen.

Diese modernen Fertigungsprozesse und die Nutzung von neuen Technologien ermöglichen auch die auf den Kunden abgestimmte Massenfertigung. In einer solchen vernetzten Fabrik werden die Lieferzeiten für Sonderanfertigungen (Losgröße 1) im Gegensatz zu heute sehr kurz sein. Außerdem lassen sich die individuellen Produktionen im Prinzip zu den Kosten einer Serienfertigung realisieren.

Fazit

Der Trend geht Richtung Industrie 4.0 und damit auch in Richtung der Mass Customization. Die Realisierung eines solchen Fertigungstyps geschieht allerdings nicht von heute auf morgen, sondern bedarf der konsequenten Transformation zu einer digitalisierten und vernetzten Fabrik. Denn nur durch die Unterstützung von Technologien wie IoT können Prozesse und Produktionen so optimiert werden, dass individuelle Kundenwünsche berücksichtigt werden können, ohne dabei zu hohe Kosten zu verursachen.

In vier Schritten zur Smart Factory

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